Jahrestage 2012/2013
Was haben die Ärztin Dorothea Christiane Erxleben, der Schriftsteller Hermann Hesse, der Komponist Richard Wagner und der Ingenieur Rudolf Diesel gemeinsam?
Sie werden 2012 und 2013 von der UNESCO gewürdigt.
Bei Hermann Hesse ist es der 50. Todestag.
Der Nobelpreisträger Hermann Hesse war schon zu seiner Zeit ein echter „Europäer
und Weltbürger": als Sohn eines baltischen Arztes geboren, hat er später in der
Schweiz und in Deutschland gelebt. Autobiographisches gepaart mit indischer
Weisheitslehre und christlicher Mystik sind der Hintergrund seiner
spirituellen Dichtung "Siddharta". In Indien war Hermann Hesse auch schon
als Kind mit seinen Eltern, die dort an einer Mission tätig
waren. Hesse war sehr naturverbunden, was sich auch in seinen
Werken bemerkbar machte und übrigens ebenfalls ein leidenschaftlicher und
anerkannter Aquarellmaler.
Bild vergrößern Naturverbundenheit(© AA/tk)
Vor 250 Jahren, am 13. Juni 1762, ist die erste
deutsche Ärztin und Naturwissenschaftlerin Dorothea
Christiane Erxleben im Alter von nur 47 Jahren verstorben. Sie war von
Kind auf mit ihrem Vater - der sehr früh ihre aussergewöhnlichen Fähigkeiten
und Begabung erkannte - zu Krankenbesuchen unterwegs, aber
erst auf Einwirken von Friedrich dem Großen im Jahre 1741 durfte sie - als
erste Frau - an der Universität Halle promovieren. Dies tat sie mit großem
Erfolg. Sie übernahm - trotz ihrer acht Kinder - erfolgreich die Praxis
ihres Vaters, hatte zuweilen aber mit Vorurteilen zu kämpfen. Einmal wurde
sie sogar wegen „medicinischer Pfuscherey“ angezeigt. Dorothea Erxleben hat in
der späteren UNESCO-Welterbestätte Quedlinburg gelebt und z.T. gewirkt.
Bild vergrößern Altstadt
mit Burgberg, St. Wiperti und Münzenberg in Quedlinburg UNESCO-Welterbestätte
seit 1994 (© DZT/Eric Eichberger)
Richard Wagner wurde 1813 in Leipzig
geboren. Am 22. Mai 2013 feiern wir seinen 200. Geburtstag. Als
junger Mann war er Kapellmeister in Riga, lebte kurz in London und
Paris - hier entstand auch seine Oper "Der Fliegende Holländer", lernte er
Heinrich Heine und Franz Liszt kennen. Der Erfolg blieb allerdings aus, weshalb
er 1842 nach Dresden übersiedelte. Richard Wagner musste des öfteren auch mal
ganz schnell einen Ort verlassen, meistens um vor einem Gläubiger zu
fliehen. 1852 lernte er die Frau seines Gönners Otto von Wesendonk,
Mathilde, kennen, die ihn sehr beeindruckte. Beide verband eine lebenslange
Seelenfreundschaft. Sie sollte ihn zu seinem Hauptwerk "Der Ring der
Niebelungen" inspirieren. Kurz darauf stellte ihm Franz Liszt seine Tochter
Cosima vor. Diese wird zuerst den Dirigenten Hans von Bülow heiraten und in
zweiter Ehe erst Richard Wagner. Von Geldsorgen getrieben kam er 1872 zum
ersten Mal nach Bayreuth. Der Grundstein des Mythos Bayreuth war gelegt. Richard
Wagner ist 70-jährig
Bild vergrößern Richard
Wagner starb vor 125 Jahren am 13. Februar 1883.(©
picture-alliance/ dpa) in Venedig verstorben.
Die Wagner Festspiele ziehen jedes Jahr im August viele Opernfreunde nach
Bayreuth.
Auch der vierte im Bunde, der Ingenieur Rudolf Christian Karl Diesel war viel unterwegs. Seine Kindheit hat er in Paris verbracht, der Ausbruch des deutsch-französischen Krieges 1970-71 führte die Familie nach London. Diesel reiste 1870 in die Geburtsstadt seines Vaters, nach Augsburg, wo er als Bester eine Mechaniker-Ausbildung absolvierte. Studiert hat er dann in München an der Technischen Hochschule. Die Verwirklichung seiner Ausgangsidee, eine „ideale Wärmekraftmaschine“ zu entwickeln, wurde aufgrund des damals herrschenden Stand der Technik angezweifelt. 1892 meldete Diesel dann aber beim Kaiserlichen Patentamt zu Berlin ein Patent auf eine neue rationelle Wärmekraftmaschine an. Diese Erfindung sollte dann später den Diesel-Motor hervorbringen. 1913 wurde er zum letzten Mal auf dem Fährschiff "Dresden" auf dem Ärmelkanal bei einer Überfahrt nach England gesehen.
