Leistungsmerkmale Seit dem letzten Erscheinen einer zusammenfassenden retrospektiven Sekundärbibliographie, das mehr als vierzig Jahre zurückliegt, werden jetzt nummerierte 21.500 Quellen, davon etwa 5.000 fremdsprachige, verzeichnet. Darüber hinaus finden sich 5.000 weitere Nachweise in den Annotationen der Datensätze. Über 9.000 nummerierte Quellen werden erstmals benannt. Diese sind in den untersuchten Standardwerken, die unter den Siglen zu „1. Bibliographien, Verzeichniswerke, Datenbanken“ beschrieben werden, nicht zu finden. Sie sind das Ergebnis jahrelanger Sichtungen in Archiven und Sammlungen sowie häuslicher Aufarbeitung. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Zielsetzung zur Vereinigung von Bekanntem und Unbekanntem.
Die abschließenden Bemerkungen über andere quantitative und qualitative Inhalte mögen dem Nutzer zur Information dienen:
Indices: Register Verfasser: 7.000 Autorennamen mit 14.500 Verweisen, Personen: 1.300 benannte Namen mit 6.000 Verweisen, Werktitel: 300 über die Inhaltsstruktur hinausgehende Titel mit 1.300 Verweisen, Stichworte: 1.700 Begriffe mit 3.800 Verweisen, Orte: 1.200 Ereignisstätten mit 4.000 Verweisen.
Stichwortkette Jeder bibliographische Nachweis der 21.500 Datensätze enthält zusätzliche, unterschiedliche und weiterführende 3.800 Stichworte mit 20.300 Verweisen und darüber hinaus die in den Registern separat aufgeführten Verzeichnungen. Um zu wissen, an welcher Stelle sich der Datensatz innerhalb der Struktur des Inhaltsverzeichnisses befindet, ist am Ende der Stichwortkette die 3. Ebene der Klassifizierung benannt. Dies führt zu insgesamt 3.800 Hinweisen mit 57.000 Verweisen.
Nachweisführung der Quellen Bei den meisten Bibliographien fehlt die Angabe der Herkunft, die dem Bibliographen als Literaturstelle diente oder bei welcher institutionellen Einrichtung das Original oder dessen Kopie gefunden wurde. Bei der Beschaffung von Texten stellt sich dies als Defizit heraus. Dieses Manko wird bei jedem nummerierten Datensatz dadurch beseitigt, dass die Herkunft der Literaturstelle aufgeführt bzw. das Archiv als besitzender Standort verzeichnet wird. Etwa 17.000 Nachweise führen zu Herkünften in veröffentlichten Druckschriften und etwa 29.000 zu Bibliotheken und Sammlungen. Dadurch ergeben sich sowohl Einzel- als auch Mehrfachnachweise. Im Durchschnitt ist jeder bibliographische Nachweis doppelt belegt.
Jürgen Below Internationale Bibliographie zur Hermann-Hesse-Forschung
Hermann Hesse (1877-1962) gehört zu den wichtigsten und meistgelesenen deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Bestimmend im Werk des Nobelpreisträgers ist das Spannungsverhältnis zwischen Geist und Leben, Kunst und Wirklichkeit. Seine Romane, u. a. „Peter Camenzind", „Demian", „Das Glasperlenspiel", „Der Steppenwolf" und „Siddharta", sind z. T. stark von der Psychoanalyse und der Lebensphilosophie Nietzsches, aber auch von der östlichen Philosophie und Religion beeinflusst und zeichnen sowohl das Bild einer zerrissenen abendländischen Kultur als auch der Utopie einer neuen, geistigen Lebensform, in der sich die vita activa und die vita contemplativa nicht mehr als Antagonisten gegenüberstehen. Zu Hermann Hesse gibt es eine inzwischen fast unüberschaubare literaturwissenschaftliche Forschung, die hier erstmals bis in die Gegenwart hinein bibliographisch erfasst wird. Die gesamte zu Hesse publizierte deutschsprachige und internationale Sekundärliteratur wird mit ca. 25.000 Titeln abgebildet und systematisch klassifiziert, etwa nach Literatur zur Biographie, zu einzelnen Werken, zu den Briefen, zu Rezeptionsprozessen im In- und Ausland usw. Die Bibliographie strebt Vollständigkeit an und übertrifft ihre Vorgänger in Bezug auf die Quantität der Belege und die Aktualität der dokumentierten Titel. Sie ist damit das derzeit umfassendste Referenzwerk zu mehr als 100 Jahren Forschungs- und Rezeptionsgeschichte.
Erarbeitet wurde das Werk auf der Grundlage der Autopsie aller in früheren Bibliographien verzeichneten Titel und der Sichtung von 30.000 Belegen in Bibliotheken, Archiven und Sammlungen, von denen über 5000 Quellen hier erstmals erfasst werden. Jeder Titel wird mit seinem Standort angegeben. Auch verstreut Publiziertes, etwa Zeitungsartikel, sind systematisch dokumentiert. Die Bibliographie ist teil kommentiert, d. h., sie bietet neben den Inhaltsverzeichnissen von Monographien und Sammelwerken zu vielen Titeln Informationen über Rezensionen, Pressestimmen usw. Damit ist diese Bibliographie ein unverzichtbares Arbeitsinstrument der Hesse-Forschung und ermöglicht jedem Wissenschaftler und Hesse-Interessierten, sich rasch und gezielt über die gesamte Sekundärliteratur zu Leben und Werk des großen Schriftstellers zu informieren.
Jürgen Below ist ein ausgewiesener Hesse-Kenner und hat als Diplom-Ingenieur eine leistungsfähige bibliographische Datenbank zur Verwaltung und Dokumentation der gesamten erschienenen Forschungsliteratur entwickelt. Bei der Erarbeitung der Bibliographie hat er eng mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach am Neckar zusammengearbeitet und dessen Archivbestände und bibliographische Infrastruktur intensiv genutzt.
Hermann Hesse (1877-1962) is one of the most important and widely read German writers of the 20th century. There is an enormous amount of critical and theoretical secondary literature on him, and this volume provides the first complete up-to-date bibliography of these writings. The bibliography includes some 25,000 titles of German and international secondary literature and classifies them systematically under headings such as biography, individual works, letters, processes of reception at home and abroad etc. The bibliography aims for completeness and is superior to earlier works both in the number of entries and the relevante of the titles included. Thus it represents the most comprehensive reference work an more than 100 years of research and reception.
(7) Text aus Hermann Hesse: "Das Glasperlenspiel". Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. Versuch einer allgemeinverständlichen Einführung in seine Geschichte.
Das thematisch gegliederte Verzeichnis ordnet die Beiträge nach der Art ihrer Gattung (siehe eckige Klammer der letzten Zeile eines jeweiligen Datensatzes) und innerhalb dieser chronologisch. Bei dem vorliegenden Auszug handelt es sich um selbstständige Arbeiten, bzw. um Beiträge innerhalb derselben. Eine Besonderheit ist die Darstellung des Erscheinungsdatums in seiner unüblichen Schreibweise von rechts nach links. Der Ausdruck "19861127" ist konform mit dem 27. November 1986. Dies war notwendig, um die Sortierbarkeiten für individuelle Recherchen innerhalb der Datenbank zu ermöglichen.
06. Werk (II) 06.2. In Gaienhofen von 1904 bis 1912 06.2.01. Unterm Rad. Roman (1906) Das Manuskript des Romans zur Geschichte eines schwäbischen Schulknaben, das von September bis Dezember 1903 in Calw entstand, sendete Hesse zum Jahresende an Samuel Fischer. Um nicht in finanzielle Nöte eines Hungerjahres zu geraten - im August 1904 heiratete er Maria Bernoulli und zog in ein leerstehendes Bauernhaus im badischen Dorf Gaienhofen am unteren Bodensee ein -, stellte er die Bedingung eines zeitnahen Vorabdrucks vor der Buchausgabe. Weil Fischer in seiner eigenen Zeitschrift aus Gründen ausreichender Vorlagen von Romanstoffen dem nicht entsprechen konnte, ließ Hesse seinen Roman in der Urfassung in der "Neuen Zürcher Zeitung" in 35 Folgen von April bis Mai 1904 veröffentlichen. Mit anderthalbjähriger Verspätung lieferte der S. Fischer Verlag die revidierte Ausgabe im Oktober 1905 mit dem Impressum von 1906 aus. Bereits 1918 im 100. Tausend, wurde ab 1939 das Buch durch die nationalsozialistische Regierung verboten, so dass erst 1951 das 156. Tausend wieder aufgelegt wurde. Die Gesamtauflage aller deutschsprachigen Ausgaben beträgt annähernd 2 Millionen und ist in 26 Sprachen übersetzt. Hierzu: Hermann Hesse: Sämtliche Werke. Frankfurt: Suhrkamp Verlag. 2001 bis 2005. Bd. 2. Peter Camenzind - Unterm Rad - Gertrud. S. 135-280.
00001 19220000 Bach, Julius: Der deutsche Schülerroman und seine Entwicklung. Diss. Univ. Münster/Westf. Maschinenschr. 49 Bl. Inhalt: H. Hesse "Unterm Rad" (Bl. 26-28). W 1812, B-I 235, IdNr. 1995, [1]. 00002 19681127 Meister, Rolf: Über die Darstellung von Psychosen in Dichtung und Literatur der Moderne. Eine psychiatrische Betrachtung. Diss. Univ. Münster/Westf. S. 12, 20-30, 45, 124. Pf 1973520, IdNr. 4088, [1].
00003 19860000 Bünger-Kohn, Claudia: Schulkritik in der Literatur des frühen 20. Jahrhunderts. Diss. Univ. Bonn. S. 101-106, 116-117, 119, 163-164, 173-187 Li 2001328, IdInv. 10835, IdNr. 10835, [1].
00004 1986/1987 Tagliabue, Elisa: Autobiographie und Fiktion in Hermann Hesses Roman "Unterm Rad". Wiss. Arb. M.A. Univ. Würzburg. Pf 1988456, IdNr. 6162, [1].
00005 19980000 Noob, Joachim Martin: Der Schülerselbstmord in der Literatur um die Jahrhundertwende. Heidelberg: Winter. 250 S. (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte. Dritte Folge. 158). Zugl.: Diss. Univ. of Oregon, 1997. Rezension: Rainer Kolk. In: Germanistik. Tübingen. Jg. 39, S. 894. Li 1999286, IdNr. 7159, [1].
00006 19990000 Glitho, Serge: Vergewaltigte Kindheit und Identitätskrise: Hermann Hesses "Unterm Rad". In: Ders.: Schule und Eigensinn. Untersuchungen zu Schulkonflikten in afrikanischen und deutschsprachigen Romanen. Pfaffenweiler: Centaurus. S. 123-146. Zugl.: Habil.-Schrift. Univ. du Benin. Lomé/Togo. Li 2000233, IdNr. 7972, [1].